Ein Verein, der bleibt: Der SC Birkenfeld 1919 e.V.

Einleitung: Ein Fußballverein, Punkt.

Der SC Birkenfeld ist – und war im Kern immer – ein Fußballverein. Das war schon bei der Neugründung nach dem Ersten Weltkrieg erklärtes Ziel: „ausschließlich Fußballspiel betreiben und fördern“. Daran hat sich trotz mancher Episode nichts geändert. sc-birkenfelds Webseite!

Anfänge zwischen Krone-Wirtshaus und Turnverein

Am 14. Juni 1919 fällt im Gasthaus „Zur Krone“ der Startschuss. 1920 fusioniert man kurz mit dem Turnverein, 1921 ist wieder Schluss – zu unterschiedlich sind die Vorstellungen. Bemerkenswert: In den frühen 1920ern hängt sich eine Damen-Hockeyabteilung an den SCB, trainiert von einem Coach des FC 07 Idar; sie besteht bis in die 1930er. Danach bleibt der SCB wieder das, wofür er gegründet wurde: ein Fußballklub. sc-birkenfelds Webseite!

Nachwuchs als Lebensader – schon früh

Nach 1945 ziehen Funktionäre und Spieler den Verein aus den Trümmern. 1949 macht die A-Jugend als Vizemeister des Fußballverbandes Rheinland überregional auf sich aufmerksam – ein frühes Signal, wie wichtig eigene Jugend für den SCB ist. sc-birkenfelds Webseite!

Von der Feckweiler Haide in die Oberliga

Mit der Entschädigung für das alte Gelände an der Brückener Straße wird der Platz auf der Feckweiler Haide möglich. Sportlich folgt in den frühen 1980ern der Aufstieg: 1984 ist Birkenfeld in der Oberliga Südwest angekommen – der dritthöchsten Spielklasse damals. In der Premierensaison 1984/85 landet der Aufsteiger auf Rang 7, 1985/86 sogar auf Rang 4. Der Birkenfelder Stürmer Franz-Josef „Jupp“ Johann wird 1985/86 mit 26 Treffern Torschützenkönig der Oberliga Südwest. Wikipedia+2Wikipedia+2

Ein großer Nachmittag – und eine bittere Pokal-Lehre

1985 qualifiziert sich der SCB durch den Sieg im Südwestpokal für den DFB-Pokal. In der 1. Runde am 25. August 1985 verliert der SCB beim FC Erbach mit 1:2 – offiziell dokumentiert im DFB-Datencenter und u.a. bei kicker. (Dass es überhaupt so weit kam, lag am Südwestpokal-Triumph 1984/85.) SWFV-Finaltag der AmateureDFB Datencenterkicker

Ein Stadion als Statement – und heute wieder in Schuss

Die Oberliga verlangt Rasen. Der SCB baut daher eine neue Anlage und weiht im Juli 1986 das Stadion „Am Berg“ ein; als Gegner kommt zur Eröffnung Werder Bremen. 2024/25 wird die Sportanlage umfassend saniert; seit Mai 2025 betreibt der Landkreis Birkenfeld das Stadion per Zweckvereinbarung offiziell. Das sichert die Zukunft des Standorts auch für Schulen und Vereine. sc-birkenfelds Webseite!Südwest FußballRhein-ZeitungLandkreis BirkenfeldAntenne Bad Kreuznach

Die 80er – Trainer Mey, ein besonderer Jahrgang und zwei Gesichter

Dass aus einem Abstiegskampf eine Oberliga-Erfolgsgeschichte wird, gehört zur Birkenfelder Erzählung dieser Zeit: Trainer Guido Mey übernimmt, setzt auf einen starken Nachwuchsjahrgang und mischt junge Spieler mit Erfahrenen. Der Defensivchef Gerd Pick – für viele bis heute eine Vereinsikone – steht sinnbildlich für diese Phase; er ist in Aufstellungen der 1985/86er Oberliga-Spiele dokumentiert.
Zeitzeugenangabe: Die Schilderung vom „Beinahe-Abstieg“, dem Mut zum Jugend-Block und Picks herausragender Rolle als Libero stammt aus Vereinsumfeld/Oral History; zu einer unabhängigen Online-Quelle mit dieser Detailtiefe wurde nichts Belastbares gefunden. TransfermarktTransfermarkt

Mey selbst ist belegbar: Er trainiert den SCB über viele Jahre (1980–1987 und 1989/90) und wird 1996 Cheftrainer bei Eintracht Trier. TransfermarktTransfermarkt+1

Zu Franz-Josef „Jupp“ Johann ist belegt: Torschützenkönig 1985/86 mit 26 Toren. Keine verlässliche Quelle gefunden zu seinem „Stammverein“ vor dem SCB bzw. einem vorherigen Klub im Saarland. (Hinweise aus Erinnerungen sind bekannt, aber online nicht quellenfest verifizierbar.) Wikipedia

Der Bruch: Abstieg 1990 – und die 90er als harte Jahre

1989/90 steigt der SC Birkenfeld aus der Oberliga ab – die Tabelle nennt den SCB explizit als Absteiger. Es folgen sportlich schwierigere Jahre. Zeitzeugenangabe: Aus Vereinskreisen wird berichtet, dass die 1990er für den SCB „harte Jahre“ waren – mit viel Arbeit hinter den Kulissen. Eine detaillierte Chronik dieses Jahrzehnts ist online nur ausschnitthaft zugänglich. Wikipedia

Was den Verein oben hielt: Männer aus dem Ehrenamt

Hier liegt der Kern: Nicht Glanz und große Namen haben den SC Birkenfeld getragen, sondern die, deren Namen selten in der Zeitung stehen – Trainer, Betreuer, Platzarbeiter, Leute für Kasse, Ordnerdienst, Jugendturniere. Das zeigt sich bis heute in der Breite der Nachwuchsarbeit: Von Bambini bis A-Jugend sind feste Trainingsgruppen mit mehreren Trainern dokumentiert; auch Vereinsposts belegen die kontinuierliche Jugendarbeit.
Zeitzeugenangabe: „Ohne die Ehrenamtlichen wäre der SCB in den 90ern nicht durchgekommen“ – das ist die übereinstimmende Erzählung aus dem Umfeld; eine explizite schriftliche Quelle aus jener Zeit ist online nicht auffindbar. Faktisch belegt ist die breite Jugendstruktur und die Vielzahl an Trainern. sc-birkenfelds Webseite!Facebook+1

Heute: Fußball pur – breit aufgestellt, lokal verankert

Der SCB tritt aktuell im Herrenbereich u.a. in der Bezirksliga Nahe an und unterhält eine 2. Mannschaft in der B-Klasse. Jugendteams sind regelmäßig im offiziellen Spielbetrieb gemeldet. Das passt zum Selbstverständnis als reiner Fußballverein – mit lokaler Verwurzelung und Nachwuchsarbeit als Fundament. FuPaFussball.de+1

Fazit

Der wahre Charakter eines Vereins zeigt sich nicht in den Festschriften der guten Jahre, sondern dann, wenn es weh tut. Beim SC Birkenfeld waren es immer wieder die Ehrenamtlichen, die Jugendtrainer, die Betreuer, die Leute an der Linie und am Grill, die den Laden zusammengehalten haben. Die Oberliga-Jahre mit Guido Mey und die Tore von Jupp Johann bleiben großartige Kapitel. Dass der Verein heute wieder stabil dasteht – mit eigener Jugendbreite, saniertem Stadion und verlässlichem Spielbetrieb – hat viel mit diesen stillen Stützen zu tun. Wo Quellen fehlen, ist das hier offen als Zeitzeugenbericht markiert; alles andere ist nachlesbar belegt. sc-birkenfelds Webseite!Landkreis Birkenfeld


Quellen (Auswahl)

  • SC Birkenfeld – Vereinschronik/„Geschichte“ (Gründung 1919; Fusion 1920/Trennung 1921; Damen-Hockey der 1920er; Nachwuchs 1949; Vereinszweck Fußball). sc-birkenfelds Webseite!
  • Wikipedia/Oberliga Südwest 1984/85 (SCB als Aufsteiger, Endplatzierung). Wikipedia
  • Wikipedia/Oberliga Südwest 1985/86 (SCB Platz 4; Torschützenkönig Franz-Josef Johann, 26 Tore). Wikipedia
  • Wikipedia/Oberliga Südwest 1989/90 (Abstieg des SC Birkenfeld). Wikipedia
  • SWFV – Verbandspokalhistorie (Südwestpokal-Sieg 1984/85). SWFV-Finaltag der Amateure
  • DFB-Datencenter & kicker (DFB-Pokal 25.08.1985: FC Erbach – SC Birkenfeld 2:1). DFB Datencenterkicker
  • suedwest-fussball.de (Stadionbau/Einweihung 1986; Überblick Oberliga-Phase). Südwest Fußball
  • Landkreis Birkenfeld – Presse (2025 Übernahme des Stadionbetriebs; Historie: Bau 1986). Landkreis Birkenfeld
  • Rhein-Zeitung (2024/2023 zur Sanierung/Zweckvereinbarung Stadion „Am Berg“; Feckweiler-Haide-Rückblick). Rhein-Zeitung+2Rhein-Zeitung+2
  • SCB – Trainingszeiten (Breite Jugendabteilung; Bambini bis A-Jugend; Ansprechpartner). sc-birkenfelds Webseite!
  • SC Birkenfeld – Facebook (laufende Nachwuchsarbeit/Teamaktivitäten). Facebook
  • FUSSBALL.DE / FuPa (aktueller Spielbetrieb Herren & Jugend; Bezirksliga Nahe; 2. Mannschaft B-Klasse). Fussball.de+1FuPa
  • Transfermarkt (Trainerhistorie Guido Mey bei SCB und Eintracht Trier; Kader/Spielberichte mit Gerd Pick 1985/86). TransfermarktTransfermarktTransfermarkt
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